Familie und Kinder

Robert und Clara Schumann hatten acht Kinder, von denen zwei in Leipzig in der Inselstraße zur Welt kamen:

Marie (1841-1929) wurde als erste Tochter in der Inselstraße geboren. Sie war der Liebling des Vaters, mit der er spazieren ging und für die er ein „Erinnerungsbüchlein“ und ein „Klavierbüchlein“ anlegte, aus dem später das berühmte „Album für die Jugend“ op. 68 hervorging. Nach dem Tod des Vaters kümmerte sich Marie um die jüngeren Geschwister. Für Clara war sie Sekretärin, Reisebegleiterin und Assistentin am Konservatorium. Sie kümmerte sich um den Haushalt und war nach Claras Tod Nachlassverwalterin.

Elise (1843-1928) soll eigenwilliger als ihre große Schwester gewesen sein, sie machte sich mit 20 Jahren als Haus- und Klavierlehrerin selbständig und heiratete den Kaufmann Louis Sommerhoff, mit dem sie einige Jahre in Amerika lebte und vier Kinder hatte. Einige Nachkommen leben heute noch. Während Claras letzter Lebensjahre wohnte die Familie Sommerhoff in ihrer Nähe in Frankfurt.

Julie (1845-1872) wurde in Dresden geboren, war ein zartes, liebliches und kränkliches Kind. Ihrer Lungenerkrankung wegen lebte sie vorwiegend bei Pflegefamilien in südlichen Ländern. 1869 heiratete sie den italienischen Grafen Radicati di Marmorito, dem sie zwei Söhne gebar. Während der 3. Schwangerschaft verstarb sie an Tuberkulose.

Der von Clara und Robert Schumann sehnlich erwartete erste Sohn, Emil (1846-1847), verstarb bereits mit 16 Monaten.

Ludwig (1848-1899) musste schon mit 22 Jahren in die Irrenanstalt Colditz (Sachsen) eingewiesen werden. Clara besuchte ihn seit 1876 nicht mehr, da sein Zustand hoffnungslos war und sie die psychische Belastung nach eigener Aussage nicht ertragen konnte.

Ferdinand (1849-1891) erlernte einen kaufmännischen Beruf und hatte mit Antonie Deutsch sechs Kinder. Nach einer Verwundung im Deutsch-Französischen Krieg wurde er morphiumabhängig und erwerbsunfähig, so dass Clara die Sorge für seine Familie übernahm. Auch aus dieser Linie leben noch Nachkommen.

Eugenie (1851-1938) wurde in Düsseldorf geboren. Da sie keine eigenen Erinnerungen an ihren Vater hatte, sammelte sie Zeugnisse aus der Familie und veröffentlichte sie, auch schrieb sie „Ein Lebensbild meines Vaters“. Als Pianistin und Klavierlehrerin lebte sie viele Jahre in England, zusammen mit ihrer Lebensgefährtin Marie Fillunger.

Felix (1854-1879) wurde erst nach der Einweisung seines Vaters in die Endenicher Heilanstalt geboren. Er wuchs unter der Obhut einer Hausdame und seiner Schwestern sowie in einem Knabenpensionat auf. Seines Vaters musikalisch-literarische Doppelbegabung hatte Felix geerbt. Ein Musikstudium musste er aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Drei seiner Gedichte wurden von Johannes Brahms vertont. Er starb vierundzwanzigjährig an Tuberkulose.